Malteser

Dankschreiben des Malteser-Hilfsdienst Osnabrück:

Malteser Hilfsdienst e. V.
Aktion Königsberg
Gartenstr. 14
49594 Alfhausen

An das
Über alle Grenzen Hilfswerk e.V.
Frau Diana Dörr
Saalburgstr. 95

61350 Bad Homburg

 

Sehr geehrte Frau Dörr,
Hallo Diana,

den 16. November 2002

Sich am Kleinsten dankbar freuen,
um der Pflicht gerecht zu werden,
nicht das größte Opfer scheuen,
ist der Weg zum Glück auf Erden.

Sehr geehrte Mitglieder des “Über alle Grenzen Hilfswerk e.V.”,

Zu eurer morgigen Mitgliederversammlung möchte ich Sie alle ganz herzlich grüßen!

Einige habe ich im vergangenen Jahr kennen gelernt, aber den wenigsten bin ich bekannt. Ich hoffe, dass ich das im kommenden Jahr einmal ändern kann. Ich möchte euch allen nochmals persönlich Danke sagen, für eure großen Leistungen, die wir gemeinsam für Menschen und insbesondere für Kinder in Kaliningrad vollbringen konnten.

Ein wenig traurig bin ich, dass wir noch keine geeigneten Räume oder ein Haus für die Straßenkinder gefunden haben. Wir müssen nach wie vor die Kinder unter freiem Himmel versorgen und das bei Wind und Wetter. Das ist auch für unsere Mitarbeiter eine Herausforderung.

Dank sagen möchte ich Ihnen noch heute für die Weihnachtsüberraschung 2001, die ich am Heiligen Abend von eurer Vorsitzenden per Fax erhalten habe. Es war das schönste Weihnachtsgeschenk im letzten Jahr, das ich bekommen habe. 30.000,- DM für das Straßenkinderhaus.
Leider konnte ich es noch nicht einlösen, aber ich arbeite daran. Ich habe mir vorgenommen im Januar für mindestens eine Woche oder mehr nach Kaliningrad zu fahren. Vielleicht kommen wir da ein Stück weiter.

Mehrere Gespräche mit der Stadt haben zu keinerlei Verständnis geführt. Die Verwaltung verhält sich immer so, als ob es kaum Straßenkinder gibt und dabei werden es zum Winter immer mehr, da auch einige aus den Landgemeinden in die Stadt kommen, da das Überleben für sie dort leichter ist.
Bei privaten Hausbesitzern werden die Kosten so hoch gesetzt, das es nicht bezahlbar ist. Aber wer möchte schon Straßenkinder in seiner Umgebung haben. Einfach sind sie ja nicht, das wissen wir alle, aber gerade diese Kinder benötigen Hilfe. Aber wir geben nicht auf, wir wollen und werden eine geeignete Unterkunft finden.

Diana, auf Deine Fragen in der letzten Woche, zur Verpflegung der Straßenkinder:
Wir wollen sie wie im letzten Winter versorgen. Drei Ausgaben mittags und zwei abends. Wir haben schon seit Mitte November damit begonnen. Es werden zur Zeit pro Ausgabe 80 bis 100 Kinder mit einer Mahlzeit und mit Erster Hilfe versorgt. Einmal in der Woche findet eine Versorgung mit Kleidung statt, die aus der Sozialstation Rasdolnoe kommt.
Es wäre gut, wenn uns der Verein Über alle Grenzen e.V. auch in diesem Jahr wieder hierbei unterstützen würde. Nur nicht in DM sondern in Euro, die Kosten (ca. 0,60 EUR pro Essen) haben sich nicht groß geändert.

Leider konnte der Anbau beim Kinderheim in Bagrationovsk noch immer nicht vollendet werden, da es im laufenden Jahr Probleme mit der Bauausführung gab. Betondecken waren zu schwach ausgeführt worden, die Dachkonstruktion war zu weit auseinander, so entstanden wieder Mehrkosten und eine längere Bauzeit. Wir haben sofort den Bauleiter ausgetauscht. Ich hoffe, dass wir im Winter die ersten Räume beziehen können. Aber so ist das, wenn man sich auf andere verläßt. Mein Vater pflegte zu sagen, paß auf, oft bist du der Verlassene. So auch hier.

Gerne erinnere ich mich noch an unsere gemeinsame Fahrt nach Kaliningrad, auch mit Herrn Langkau. Heute wurde von unserem mitreisenden Reporter ein Bericht über unsere Arbeit in und für Kaliningrad gebracht.

Die Übergabe des Ultraschallgerätes im Eisenbahner Krankenhaus, von Dir Diana/ eurem Verein war eine gute Sache. Das Gerät wird sicherlich gute Dienste leisten.

Schade, dass wir in diesem Jahr nicht wieder so eine Weihnachtspaketaktion für Straßenkinder und alleinerziehende Mütter starten können. Wir hätten es gerne gemacht, aber der liebe Zoll bereitet uns nach wie vor große Probleme. Es muß für jedes (!) Lebensmittel ein Zertifikat erstellt werden. Also 35 bis 40 Stück. Das ist einfach auch für Frau Dak zu viel. Die Genehmigung dauern und dauern auch Wochen. Erst bis diese dann vorliegen, werden die Hilfsgüter vom Zoll herausgegeben.
Ich hatte mit dem Verantwortlichen vor Ort gesprochen, Schwester Stella und Pater Pawletta und Frau Dak, alle haben mir davon abgeraten und machten den Vorschlag, dass sie die Lebensmittel vor Ort kaufen. Sie packen sie in Tragetaschen, die noch zusätzlich mit Bekleidung gefüllt wird. Diese werden dann an Straßenkinder und alleinerziehende Mütter übergeben. Die Kosten für eine Tüte mit Süßigkeiten, Obst, Keksen, Lebensmitteldosen beträgt ca. 7 EUR.

Die Hilfsgüter werden wir Ende November bei Ihnen abholen, mit Spielsachen gibt es beim Zoll keine Probleme.

Diana, ich möchte mich nochmals ganz herzlich bei Dir und Deinen Mitgliedern für die gute Unterstützung im laufenden Jahr bedanken. Ihr wart uns mal wieder eine große Hilfe und dafür möchte ich Danke sagen.

Ich wünsche der Versammlung einen guten Verlauf und für die anstehenden Wochen eine besinnliche Adventszeit und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Theodor Große-Starmann

Ehrenamtlicher Projektleiter für das Kaliningrader Gebiet
der Malteser Hilfsdienst Nothilfe

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