Weihnachten 2003

Rundschreiben 02/2003

 

Über alle Grenzen Hilfswerk e.V.
Saalburgstraße 95, 61350 Bad Homburg, Tel. 06172/937231, Fax 937228
www.ueber-alle-grenzen.de, e-Mail: dianadoerr@freenet.de

 Weihnachten 2003

Liebe Mitglieder, Förderer und Freunde,

wir möchten Ihnen zum Jahresende wieder von unseren Hilfsaktionen berichten und uns
für die großartige Unterstützung in den letzten Monaten auf diesem Weg bedanken.

Hochwasserhilfe an der Elbe

Der Wiederaufbau der Kindertagesstätte Zehren bei Meißen wird in Kürze beginnen.

Wie wir bereits berichteten, hatte der Gemeinderat entschieden, dass die Kita neu gebaut werden muss, da die Reste der alten Kindertagesstätte baufällig sind und abgerissen werden müssen. Mit dem Bau wurde noch nicht wie geplant im Frühjahr diesen Jahres begonnen, da zunächst lange und aufwendige Genehmigungsverfahren nötig waren.

Die Kita ist für 60 Kindergarten-, 20 Hort- und 12 Krippenkinder ausgelegt. Für den behindertengerechten Bau mit einer Nutzfläche von 730 Quadratmetern stehen 800.000 € zur Verfügung. Die Spenden unseres Vereins werden für die Inneneinrichtung verwendet.
Als weitere Sofortmaßnahme haben wir im Mai diesen Jahres Kleingeräte nach Zehren transportiert. Dazu gehörten ein PC, ein Einschweißgerät, Büromöbel und Spielsachen.

Kinder der Kita mit gespendeten Spielsachen.

Hilfe im Kaliningrader Gebiet

Unsere Hilfe im Kaliningrader Gebiet ist nach wie vor dringend nötig. Etwa ein Drittel der
Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze und ist auf humanitäre Hilfe angewiesen. Ein ganz
besonderes Problem ist die Situation der Kinder und der alten Menschen, die sich im
kommenden Winter wieder verschärfen wird. Besonders auf dem Land ist die Not sehr groß,

Wohnhaus bei Laduschkin

so auch in den Dörfern im Gebiet Ludwigsort.
Vom russischen Staat haben die Menschen keine Hilfe zu erwarten.
Die Rente entspricht noch nicht einmal dem Existenzminimum und reicht kaum zum Kauf von Brot und Kartoffeln.
Viele Rentner werden wegen Mangelernährung ins Krankenhaus eingewiesen, doch auch dort kann man ihnen nicht helfen.
Die Lebensmittelspenden aus Deutschland helfen zu Überleben und geben ihnen neuen Mut.

Armenspeisung Laduschkin/ Ludwigsort

Im Keller des von uns finanzierten Gemeindehauses in der Siedlung Rasdolnoe entsteht derzeit eine Armenspeisung.
Es ist geplant, dass bedürftige Menschen aus dem Gebiet Ludwigsort dort täglich mit einer kostenlosen Mahlzeit versorgt werden. Für Bedürftige, denen es nicht möglich ist in die Suppenküche zu kommen, soll eine Art Essen auf Rädern eingerichtet werden.
Die Armenspeisung soll sich durch die gleichzeitige Einrichtung einer Gaststätte Für die Einwohner der Siedlung und Umgebung schließlich selbst tragen.
so gründen die Familien, die in den vergangenen Jahren durch uns Hilfe und Unterstützung bekommen haben, nun selbst eine Hilfsstation für bedürftige Menschen in Ludwigsort.

Schulspeisung Laduschkin

Auch im vergangene Jahr haben wir die Schulspeisung der Allgemeinbildenden Mittelschule Laduschkin unterstützt, die zur Zeit etwa 600 Kinder besuchen. Die Hälfte von ihnen stammt aus sozial schwachen Familien oder haben keine Eltern.In vielen Familien erhalten die Kinder zu Hause wenig oder überhaupt nichts zu essen.
Ohne Frühstück und Pausenbrot gehen sie morgens aus dem Haus.

Schulküche

In der Schule erhalten die Kinder ein Mittagessen, das von den Eltern bezahlt werden muss. Zahlreiche Kinder können dieses nicht bezahlen und schauen den Schulfreunden beim Essen zu. Für 100 dieser benachteiligten Kinder hat das Sozialamt in Laduschkin  inzwischen die Versorgung übernommen. 170 Schulkinder aus ebenso armen Familien erhalten durch unseren Verein täglich eine warme Mahlzeit.

Monatlich beträgt diese Unterstützung 500,- EUR.

Die Speisung ist durch Spenden und den Erlös der diesjährigen Ausstellung im Garten von Ursel Dörr noch etwa ein halbes Jahr gesichert.

Schulspeisung

Hilfe für Straßenkinder in Kaliningrad

Der Winter steht in Kaliningrad vor der Tür und führt dazu, dass die Zahl der Straßenkinder in
der Stadt wieder täglich steigen wird. Die Straßenkinder, die im Sommer auf dem Land leben,
flüchten in den kalten Wintermonaten, wieder in die warmen Heizungskanälen der Stadt.
Finden sie dort keinen Zufluchtsort, kauern sie hinter Mauerresten, Bauruinen und in den
Gassenwinkeln. Die Mülltonne ist ihr Essenstisch, außer sie kommen zu den mobilen
Verteilerstellen der Malteser, an denen sie etwas zu essen bekommen.
Viele Kinder stammen aus zerrütteten Familien, in denen oft Gewalt herrscht. Auch das
verbreitete Alkoholproblem der Eltern treibt sie auf die Straße.

Selbstmord oder Klebstoffschnüffeln sterben oder wie sie als Kriminelle enden.
Der Malteser Hilfsdienst fährt in der Stadt Kaliningrad täglich mittags drei bis vier Punkte an, an denen sich die
Straßenkinder aufhalten und verteilt dort warmes Essen, Tee und einmal in  der Woche auch Kleidung aus der Sozialstation in Laduschkin. Durch unseren Verein haben sie an zwei zusätzlichen Abenden Essen erhalten. An diesen Anlaufstellen werden im Winter 120 bis 180 Kinder versorgt.
Die Kosten zur Versorgung der Kinder an diesen Mobilstationen belaufen sich auf:

€  42,- pro Tag

€ 210,- pro Woche

€ 924,- pro Monat

Speisung der Straßenkinder

Da unser Hilfswerk nicht alleine in der Lage ist die Versorgung zu sichern, wollen wir uns
weiterhin dieser Malteser-Hilfsaktion anschließen.

 Die Stadt Kaliningrad hat bisher keine Räumlichkeiten für die Straßenkinder zur Verfügung
gestellt. So ist der Malteser Hilfsdienst seit langem auf der Suche nach einem passenden
Gebäude, damit die Kinder in Zukunft nicht mehr im Freien versorgt werden müssen.

Nun bietet sich die Gelegenheit am Stadtrand von Kaliningrad für rund € 85.000,- ein
passendes Haus zu kaufen, in dem die Kinder betreut und versorgt werden können.

In dieser festen Anlaufstelle finden sie dann jederzeit bei Problemen einen Gesprächspartner
und können dort einige Tage schlafen.

Das zweistöckige Haus ist etwa 10 Jahre alt. Die Wohnfläche beträgt 400 Quadratmeter und
das Grundstück 1200 Quadratmeter. Es ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar.

Die Zeit drängt jedoch, da der Kaufpreis innerhalb von zwei Monaten aufgebracht werden
muss. So lange wird das Haus für die Malteser reserviert. Der deutsche Pfarrer Romuald
Pawletta, der die Kinder seit vielen Jahren vor Ort betreut, ist von diesem Projekt überzeugt
und würde sogar einen Teil seiner Lebensversicherung mit einbringen.

Unser Verein hat sich zunächst mit den vor zwei Jahren bereits zugesagten 15.000,- EUR
beteiligt und wir hoffen weitere Spender für dieses wichtige Projekt zu finden.

Weihnachtsaktion 2003

Neben der Unterstützung der Schulspeisung und der Straßenkinder möchten wir auch wieder
eine Weihnachtstütenaktion durchführen.

Die traditionsreiche Weihnachtspäckchensammlung ist nicht mehr möglich, da der russische

Zoll für jedes einzelne Lebensmittel ein Zertifikat verlangt. Somit müssten für die Weihnachtspäckchen 35 bis 40 Zertifikate erstellt werden. Dafür benötigten die Mitarbeiter vor Ort mehrere Wochen.
Erst wenn diese Zerifikate vorliegen,  würden die Lebensmittelpakete vom Zoll herausgegeben.

Daher würden wir gerne wie im vergangenen Jahr Lebensmittel vor Ort einkaufen, damit sich die Ärmsten der Armen auch in diesem Jahr zu Weihnachten nicht vergessen fühlen.
So bitten wir um Geldspenden für den Kauf von Lebensmitteln vor Ort. Eine Weihnachtstüte kostet 7,- €. Diese Tüten werden in Kaliningrad und Laduschkin verteilt.

Es werden ca. 180 Tüten für Straßenkinder, 170 für die Besucher der Malteser Armenspeisung am Pregel, 80 für alleinerziehende Mütter und 100 für bedürftige Familien und Rentner benötigt.

Russische Rentnerin, die ihre Stromrechnung nicht mehr bezahlen kann.

Bitte helfen Sie uns bei unseren Hilfsprojekten im Kaliningrader Gebiet – insbesondere bei
unserer geplanten Weihnachtsaktion -  durch Ihre Spende auf folgendes Vereinskonto:

 Über alle Grenzen e.V. Frankfurter Volksbank Bad Homburg,
Konto-Nummer.: 826.111 (BLZ 501.900.00)

 
Wir hoffen auf Ihre weitere Unterstützung, ohne die unsere Hilfsaktionen
nicht möglich wären. Wir danken allen Spendern, die in dieser schweren Zeit, die notleidenden
Menschen im Kaliningrader Gebiet nicht vergessen haben.


Es grüßt Sie herzlich

Diana Dörr
Vorsitzende     

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