Weihnachten 2004

Rundschreiben 01/2004

 

Über alle Grenzen Hilfswerk e.V.
Saalburgstraße 95, 61350 Bad Homburg, Tel. 06172/937231, Fax 937228
www.ueber-alle-grenzen.de, e-Mail: dianadoerr@freenet.de

 Weihnachten 2004

Liebe Mitglieder, Förderer und Freunde,

wir möchten unseren Spendern und Mitgliedern zum Jahresende wieder auf diesem Wege für die große Unterstützung in den vergangenen Monaten danken und Ihnen vom Verlauf unserer Hilfsprojekte berichten 

Spendensiegel
Nach einem langen Prüfungsverfahren wurde unserem Verein im Mai diesen Jahres das DZI-Spendensiegel verliehen. Unser Verein „Über alle Grenzen e. V.“ wurde damit in das „Wohlfahrtsarchiv des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen“ (DZI) in Berlin aufgenommen und ist berechtigt, das Spenden-Siegel zu führen. Von 2.100 überprüften Organisationen wurden bis dahin nur 179 vom DZI anerkannt und empfohlen.

Straßenkinder in Kaliningrad

Die Straßenkinderbetreuung durch die Malteser in Kaliningrad ist nach wie vor ein Hauptprojekt unseres Vereins. So haben wir uns Dank zahlreicher Spenden auch dieses Jahr an dem Verpflegungswagen der Malteserorganisation finanziell beteiligt. Durch diese mobile Station werden zur Zeit an 6 Tagen in der Woche jeweils 25 bis 40 Kinder im Alter von 12 bis 18 Jahren mit Essen und Kleidung versorgt.

Der Vorsteher des Sozialamtes für das Gebiet bittet die Malteser ausdrücklich nicht mit dieser Hilfe aufzuhören, die so wichtig für diese verlassenen und vernachlässigten Straßenkinder ist.

Wir haben uns wie angekündigt an dem Kauf des Straßenkinderhauses mit 15.000 € beteiligt. Das Haus konnte erworben werden und wurde dieses Jahr renoviert. Die Kinder haben dort die Möglichkeit sich zu duschen, ihre Kleidung zu wechseln und sich im Haus aufzuhalten.  

Verpflegung im Straßenkinderhaus

Unser Hilfswerk hat die Finanzierung der Kücheneinrichtung für dieses Straßenkinderhaus übernommen. So konnten durch die Spenden unseres Vereines in Höhe von 6.600,- € ein Kochkessel, ein Gasherd und eine Abzugshaube gekauft werden.

Weihnachtsaktion

Dank der großartigen Unterstützung unserer Weihnachtsaktion im Winter 2003/ 2004 konnten wir zahlreiche Weihnachtstüten und Weihnachtspäckchen für das Kaliningrader Gebiet vor Ort packen. So wurden 130 Pakete an Straßenkinder, Kinder aus sozialschwachen Familien und an Kinder in der Psychiatrie verteilt. Die Kinder in der Psychiatrie haben zusätzliche Lebensmittel, insbesondere Obst bekommen, da sie dort sehr wenig Vitamine erhalten. 490 Weihnachtstüten wurden in Ludwigsort und den umliegenden Dörfern und Schulen an Kinder aus sozialschwachen Familien und an Rentner verteilt.

Schließlich wurden noch 170 Weihnachtstüten in der Malteser Suppenküche am Pregel ausgegeben.

Da auch in diesem Jahr der Transport von Lebensmittel durch den russischen Zoll nicht gestattet ist, planen wir wieder vor Ort Päckchen packen zu lassen.
Eine Weihnachtstüte kostet ungefähr € 7,-.

Wir hoffen daher auf Ihre Unterstützung, damit sich die Ärmsten der Armen auch in diesem Jahr zu Weihnachten nicht vergessen fühlen.

Verteilung von Weihnachtstüten in der
Armenspeisung am Pregel in Kaliningrad

Wenn Sie sich an der diesjährigen Weihnachtsaktion beteiligen möchten, bitten wir um Spenden auf unser folgendes Vereinskonto:
 

Über alle Grenzen e.V. Frankfurter Volksbank
Konto-Nummer.: ...

Stichwort: Weihnachtstüten

Schulspeisung Laduschkin

Neben den Straßenkindern haben wir weiterhin die Schulspeisung in Ludwigsort unterstützt. Hierdurch konnten 390 Kinder aus sozial schwachen Familien versorgt werden. Die Zahl schwankt etwas, doch die Zahl der Kinder nimmt eher ab als zu. Es gehen immer weniger Kinder in diese Schule, doch ist die Not nach wie vor vorhanden.
Wegen Verteilschwierigkeiten werden wir dieses Projekt jedoch leider nicht mehr durchführen können. Unser Vorstand hat dies schweren Herzens beschlossen, da es Probleme mit dem russischen Bürgermeister gibt, der die Verwendung der Gelder bestimmen möchte. Er hat Jahr für Jahr angedroht, dass er es nicht länger dulden würde, dass wir die Spenden direkt in die Schule bringen. Auch bei meinem letzten Besuch gab es wieder eine solche Diskussion um die Unterstützung. Doch wir können die Verteilung des Geldes dann nicht mehr überwachen und werden uns nun leider entgültig von diesem Projekt trennen.

Kindergarten Zehren an der Elbe

Der Wiederaufbau des Kindergarten „Sonnenschein“ nach der Hochwasserkatastrophe an der Elbe wurde nun endlich in Angriff genommen. Unsere Gelder werden wie berichtet für den Innenbereich verwendet. Unsere Unterstützung ist auch hier insbesondere für die Küche geplant.
Es waren riesige bürokratische Hürden, die den Aufbau so lange hinausgezögert haben. Doch nun konnte der Grundstein gelegt werden und der Bau ist im Gange. Im Januar soll die Eröffnung stattfinden.

Weißrussland

Neben unseren laufenden Projekten im Kaliningrader Gebiet haben wir im vergangenen Jahr auch Hilfsaktionen in Weißrussland durchgeführt. Wir haben diese neuen Projekte aus mehreren Gründen begonnen.

Zum einen herrscht in Weißrussland eine unbeschreibliche Armut, die sogar die Armut in Kaliningrad übertrifft. Die Menschen leben dort auf tiefstem
sozialem Niveau, das man nur schwer beschreiben kann. Die Menschen haben kaum Geld zum Leben, noch weniger für Wohnung, Brennholz, Medikamente und Kleidung. Es ist noch sehr viel Hilfe nötig und wir denken, dass  man sich dort weiter engagieren sollte, insbesondere für Kinder und alte Menschen. So unterstützen wir derzeit u.a. eine Sozialunterkunft für Waisenkinder und finanzieren eine Gemeindeschwester in Luninez, die alte und behinderte Menschen in den Dörfern betreut und versorgt.

Weißrussische Familie, die durch unser Hilfswerk Lebensmittel erhalten hat

Waisenkinder in Luninez mit gespendeten Schuhen

Es ist sehr viel Not in diesem Land. Nicht nur materiell, auch seelisch. Die Menschen haben in dem letzten Weltkrieg sehr viel erlitten und bis heute nicht verarbeitet. So ist die Hilfe auch ein Symbol der Völkerverständigung.
Daneben gab es bekanntlich noch die große Tschernobyl-Katastrophe, unter der die von unserem Hilfswerk unterstützten Orte noch zusätzlich zu leiden haben. Die Kinder haben Leukämie, Hautkrankheiten und werden immer noch von den Folgen des Unfalles geplagt. So benötigt man auch medizinische Hilfe dort, auch Vitaminpräparate sind z.B. ein großer Mangel.
Die Menschen haben es kaum glauben können, dass sie von uns unterstützt werden und fast jede Woche treffen die rührensten Dankesbriefe ein.

Ich möchte mich nochmals bei allen Spendern und Mitgliedern bedanken, ohne die diese Arbeit nicht möglich wäre. Ich hoffe, dass Sie weiterhin diese Projekte begrüßen und unterstützen. Die Menschen in Kaliningrad und Weißrussland werden es ihnen danken und alle Mühe, die damit verbunden ist, wird dadurch belohnt.

Es grüßt Sie herzlich   

Diana Dörr
Vorsitzende     
 

"Wenn jeder im Dorf einen Faden spendet, erhält der Nackte ein Hemd."  
                                                                                                      
(aus Russland)

Über alle Grenzen Hilfswerk e. V.(mildtätige Körperschaft),Sitz: Bad Homburg v. d. H.
Amtsgericht Bad Homburg VR 1022

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